Alltägliches Dilemma

Text, Thoughts May 28, 2017

Alltägliches Dilemma

Körperliche schwäche kommt mit der Unruhe der Seele. Ich schreibe aus Wut und Unentschlossenheit von meinen vergangenen Tagen, an den ich mich noch gut erinnern kann. Ich war komplett aufgeschlossen und wach in der Situation, in der ich mich befand und besaß den Mut, mit dem alltäglichen Dilemma mich zu beschäftigen.

In der Vergangenen Jahren habe ich die Erfahrung gesammelt mich immer wieder in der Situation zu erfinden, in der ich mich aufgeregt fühle.

 Techno und mitgeborener Hedonismus sind die Triebe zur Bewältigung des Alltags. Ich trinke manchmal heißen Tee und esse Maronen auf der Straße. Eine Frau saß neben mir in der U-Bahn und hat mit Ihrer gebrochener Nase tief geatmet, so tief das es meine Unruhe immer wieder von der Seite angegriffen hat.

Ich gehe nicht mehr ans Telefon, entschloss ich eines Tages und habe mich nur mit futtern der Tauben begonnen zu beschäftigen. Sport zu treiben ist nie mein Ding gewesen und Hundekacke brach mir zum Heulen. Denn meinen Hund hast es nie gegeben und aus tiefbesessenen Gründen war ich mehr Bäumen Liebhaber als der Leberkäsefresser.

Die klänge gehen durch meinen Kopf und ich befinde mich in dem Zustand der Endlosigkeit, wo die Ewigkeit sich mit dem Alltag ein Gläschen Sekt anstoßt.  Oh, dieser Alltag quellt und drängt durch die Fenster meiner winzigen Wohnung, die ich seit ein paar Wochen nicht mehr aufgeräumt habe.

Ich will zeitgemäß bleiben und der Kondition meiner Lokalität gerecht werden. Denn ich schreibe keine Gedichte, nur die Erzählungen und bin der falsche Schriftsteller für den Alltag, der neben uns läuft und wir sitzen in der U-Bahn und trinken manchmal heiße Schokolade. Die Vergangenheit ist absolut in der Zukunft inbegriffen und wir arbeiten daran die Flasche Wodka leer zu kriegen.

Die Qualität der Gespräche mit dem Gott muss mit dem Aufnahmegerät aufgezeichnet werden, denn in der Zukunft werden wir alle als Roboter umgewandelt und mit künstlicher Intelligenz allen menschlichen Leid das Ende bringen.

Ich habe in meinen vergangenen Jahren viel um den Ball herumgetanzt und geschwätzt, denn die Spatzen brauchen ihre Heimat in einem Fernen Lande. Ich habe Heimweh für unentdeckte Länder und Planeten die ich nicht mal in wissenschaftlichen Zeitschriften gesehen habe. Ich bewundere mich für die Unmöglichkeit der Dinge, die mich umkreisen. Ich suche ständig die Erneuerung in meinem Bewusstsein und transzendiere in der Welt von Klänge und Farben.

Was ist das, diese Klarheit der Unmöglichkeit des Zusammenlebens, die die Dinge ummantelt. Ich habe mich für dich gewundert, dass du weg warst und gar nicht wusstest, dass es die andere Welt gibt, die Welt mit Unmöglichkeiten, Hindernissen und Leid.  Doch bringt das Leben uns manchmal Freude mit gebackener Ente in dem Backoffen, wir sitzen mit einer großen Tüte und rauchen wie verrückten den letzten Joint auf unsere verlorene Vergangenheit.

Ich stelle mir vor, ein Telefonat mit dir, die nur über verschlüsselte Verbindung läuft und die Barrieren der Kommunikation überwindet. Dieses Gelaber über die Sonne kann ich nicht mehr leiden. Die Sonne ist schön, die einzig wahre, die uns Licht und Wärme bringt. Alles Anderes ich ein Schwachsinn, die Körperliche Nähe, das Küssen, über die Lippen eine Spur von Rotwein und die Tränen die uns in dem Graben begleiten.

Ich war schon einmal in dieser Welt voll mit Bewunderung und Begleitung von Aufsichtspersonal, als Kind auf dem Strand. Da zieht der Wind voll die Nase und Ananas schmeckt gleich wie ein Granatapfel.

Dieser Text hat eine besondere Stärke und eine besondere Schwäche. Sie greifen sich ineinander und versuchen meinem Atemzug zu verschlucken. Gestern war es nicht besonders schön und auch nicht besonders anders von anderen etwaigen Tagen. Wir versammelten uns auf der Leinwand der dubiösen Schlagschatten, auf diese Seite der Welt öffnet sich eine neue Sicht der Sinne. Sinneserfindung in den Farben ist etwas sehr natürliches und Außergewöhnliches, es ist wie ein Tänzchen vor dem Sonnenuntergang.

Ich erfinde deine Rot und deine Blau, gucke mich um in den Himmel und versuche den Samen zu verschlucken, die sich in meinem Mund angesammelt haben, durch das Kauen von dem Alltag, von den Wellen und einem veralteten Dreieckspiegel. Die Spielerei des Sonnenlichtes auf der Oberfläche des Bewusstseins. Bunte Farben, treue Gedecke.

Ich versuche mich immer wieder zu wiederholen, indem ich die Emotionen hervorrufe und mit starrem Blich durch die Decke gehe, bis ich die Bilder sehe. Die Bilder von der Vergangenheit und von der Zukunft, absolut vernachlässigt der Gegenwart. Mein Film läuft und läuft und läuft, wie ein Fluss in den Bergen, ohne Zukunft, ohne Vergangenheit. Nackt in der Welt angeboren, ich verschleiere mich hinter den Mauern um meine Meinung Euch nicht zu sagen.

Ich fühle mich gezwungen von der Dichte des Texts langsam zu dem Hauptthema zu kommen. Verzweiflung, Unentschlossenheit, Abwiegen, das sind die Themen zum Dilemma. Die alltäglichen Dilemmas fangen schon mal in der Küche an, aufs Klo, in der Dusche, auf dem Schreibtisch, in der U-Bahn, auf dem Weg zu einem Freund, in einer fremden Fernsehsendung, Smalltalk mit einem Unbekanntem, im Theater in der Pause und bei jeder Gelegenheit, wenn wir nicht vergessen haben, dass wir Menschen sind und dementsprechend emotional und fragil.

Aber vielleicht möchte ich was Anderes sagen, damit es ein wenig witzig gefunden wird, und mit zahlreichen Beispielen aus dem eigenen Leben die Erfahrungen den Lesern näherbringen. Vielleicht auch nicht, denn die Lüge gehört genauso zu dem alltäglichen Dilemma, wie die Wahrheit und meistens wissen wir es auch nicht wo was ist.

Die Nase ist voll mit dem Geruch von der Erde, die die Sonne spiegelt und uns die Seele zeigt, wenn sie reichlich angestrahlt wird. Ich sitze auf meinem winzigen Stuhl und überlege mich wie die fernen Planeten und dessen Leben aussehen könnten, was wäre die Menschheit ohne Gefühle und der miserablen Lage in der Größenordnung der Dinge. Ich sammle voll die Gegenstände der anstehenden Tage und fülle die alle vorhandenen Gefäße mit Wasser, denn ist es nötig je vorher, uns vorsichtig auf den verschlüsselten Wegen zu kommunizieren. Ich kommuniziere mit Euch, liebe Leser durch die Schwankungen meiner Seele, durch den Farbklang meiner innerlicheren Bilder, die wiederum bei Euch die Gefühle auslösen sollen, die von mir ein Tausend Kilometer entfernt sind.

Ich befasse mich mit Chiromantie, aus Langeweile manchmal und denke die Langeweile ist das Beste was einem passieren konnte, neben der Aufregung, Wut und Inspiration. Denn inspiriert sein heißt einerseits die Begeisterung bei der Beschäftigung mit den Dingen und gleichzeitig ein Gefühl der hochgestellten Grobheit.

Manchmal denke ich, es sei alles umsonst, und man solle sich für kleine Dinge im Leben nicht aufregen. Aber dann schlägt mir das Moment, in dem ich mich befinde mit der ganzen Schönheit des Alltags, mit dem Sonnenschein des Utopia.

Ich brauche keine Vergangenheit, nur die Gegenwart. Ich schleich mich geschmeidig durch die kleinen Gassen des Nikolaiviertels und versuche die Vögel mit dem Brot zu locken. Es ist mit schon einmal gelungen ein Krokodil zu verführen und ins Gesicht zu spucken. Disko und Haus sind schon in meinem Haus und mein Haus besteht aus der Architektur aus der 80er Jahre. Die Baukultur ist die Kultur der Gesellschaft. Das Leben ist das Leben. Eine Gesellschafft ist überhaupt nicht möglich. Eine gute Gesellschaft haben die Affen. Wir Menschen sind schon zu weit weg, wir sind viel zu weit weg verflogen in unserer Auffassung der Welt. Die Menschheit wird sterben, sie wird verrotten oder ewig leben. Oder vielleicht kommen die richtige Götter die in der Mitte der Erde sitzen richtig uns helfen.

Die Götter überlegen jedes Mal neue Spiele für uns, neue Herausforderungen, die wir versuchen zu Bewältigen. Wir sind in der Eile um möglichst Alle Spielebenen aufzuschlüsseln und bald Schluss mit dieser Sauerei zu machen, was unser Leben heißt. Es sei denn die Anderen Götter werden von anderen Zivilisationen kommen und was mit unseren Göttern ausmachen, dass wir etwas wert sind. Oder wir werden anderen Planeten kolonisieren, uns ewig verbreitern und auch ewig leben. Ich kann immer noch nicht unseren Göttern verzeihen, dass sie die Geschäfte nur mit Reichen dieses Lebens machen, nur die Dummen engagieren die Spielregeln durchzusetzen und uns richtig manipulieren – mit Wörter, mit der Sprache, durch die überflüssige, allbefassende Werbung, unerträgliche Politiker, eine Wirtschaftskauffrau hinter meiner Schulter, Roboter, Computer und Handys, Süßigkeiten und Nasenspray.

Einzig Wahre wofür wir Menschen bestimmt sind ist die Kunst. Denn die Kunst ist ein Ort, wo wir uns als Menschen entfalten und unsere Seele zeigen. Andererseits macht die Kunst ohne Menschen nichts aus. Unseren Göttern interessiert leider die Kunst nicht, das einzige was Sie interessiert ist die Spielerei. Wir sind zu ernst in unserer Wahrnehmung der Rationalität. Die Rationalität tötet alle Samen des Leids.

Ich habe lange nicht mehr eine Laugenbrezel gegessen und ein Manifest geschrieben. Was ich als Schriftsteller versuche ist bei Euch, liebe Leser gewisse Emotionen hervorzurufen. Die Dinge zu verknüpfen, die vielleicht auch nicht ganz zusammengehören aber trotzdem eine gewisse Spannung in sich tragen. Mein Buch ist ein Buch und die Selbstkritik dieses Buches von eigenem Innerem. Ich bin nicht alleine, mir stöbern diverse Namen im Kopf, die ich auch nicht mehr so richtig erinnern kann und ich mich keine Mühe gebe, sie zu erinnern. Es ist doch egal, denn die Geschichte der Menschheit ist übermüdet durch zahlreichen Bohrungen die alltäglich gemacht werden.

Ich frage mich was die Götter in der Mitte der Erde tagtäglich machen, ob Sie sich langweilen oder immer beschäftigt sind uns neue Aufgaben zu stellen. Es gibt keinen reinen freien Willen, alles wir durch etwas anderes bestimmt. Ich werde wahrscheinlich niemals erfahren was diese beschissenen Götter da unten, in der heißen Mitte machen, oder wie sie aussehen, ob Sie überhaupt existieren oder nur in Nirwana sind. Es ist irgendwie traurig, dass wir nur abhauen können, möglichst weit weg von unseren Göttern und vielleicht irgendwo unser eigenes, komplett neues Spiel starten, mit unseren Regeln, mit unserem Code. Dann vielleicht werden wir auch die Götter die in der Mitte von irgendeinem Planeten sitzen und nur gechillt Ihre Tüten rauchen und beobachten. Kann irgendwer an dieser Fantasie glauben? Das es eine ideale Gesellschaft möglich ist? Dieses Buch wird im Laufe all diese Fragen versuchen auszuleuchten und im Idealfall noch den Raum für eigene Fantasie anbieten.

Es tut mir leid, liebe Leser, dass ich immer wieder hin- und herspringen muss, wer ich bin – ein Buch, oder ein Mensch, der sich hier darstellt als Autor, aber ich bin in diesem Gefängnis ausgesperrt, was die Sprache heißt und außerdem würde ich diese Entscheidung gerne Euch überlassen, denn wir hier eine Götter-Gesellschaft bauen wollen.

 Ich sollte vielleicht mit den Buntstiften malen, statt ein Buch zu werden, das die Geschichte von sich selber erzählt. Es ist schwierig zu erklären, warum ich ein Buch sein möchte, wir haben alle Träume und wir träumen von fernen Ländern und einer Ewigkeit in der wir leben. Es wäre doch mal anders, niemals zu sterben und als ein Baum oder eine Blume zu überleben, für andere Ewigkeit, die wir noch nicht kennen.

Es ist schon eine halbe Ewigkeit her, als mir diese Geschichte passiert ist. Mit der vergangenen Zeit hat man immer einen anderen Blick auf den Ereignissen als man in direkter Wahrnehmung. In der Vergangenheit zu schauen kann auch witzig sein, wenn man hedonistisch auf die Welt eingestellt ist, wird alles was einem passiert zu einem Anekdoten.

Ich bin extrem dünnhäutig und meine emotionale Berge sind so hoch wie Kaukasus. Ich will ein Buch werden, wo keine Charaktere spielen, sondern ein Buch von sich selber zu einem Thema wird. Es ist wie ewig im Spiegel zu gucken, sich beobachten, jeden Gesichtszug wahrnehmen. Es ist mit immer noch unklar, ob ich ein Buch schreiben möchte, oder lieber selbst ein Buch wäre. Ein Buch soll doch irgendwas zu sagen haben, etwas bewegen wollen, den Leser emotional berühren. Es ist kein Quatsch, sondern eine gebundene Ausgabe, ein umgewandelter Baum, ultraerhitzte Milch.

Ich möchte aber von Euch erzählen, wie schwierig es ist mit Euch zu kommunizieren, zusammen eine Gesellschaft zu bauen und zu beobachten, dass Ihr verfault seid gegen die Vorsätze von dem vorhandenen ausbeuterischen System zu kämpfen. Was bleibt denn übrig als Sklave zu werden, oder ein Buch, eine gebundene Ausgabe, die in den Läden zu verkaufen ist, was brav konsumiert wird von den einzelnen Individuen.

Ein Mensch ist eine leere Seite von dem Buch, flach und weiß wie die Vergangenheit. Ich habe gestern schon wieder die Regeln gebrochen, mich schlecht verhalten und hedonistisch gesoffen. Ich habe kein schlechtes Gewissen dafür, nur überlege ich mir, ob ich lieber ein Mensch oder ein Buch wäre, denn die Bücher kennen kein Spaß und die Menschen keine Metapher mehr. Ich wünsche mir als Buch und als Mensch, dass Ihr nicht so entleert seid, dass es mehr auf die Seele geachtet wird, ansonsten sitzen wir im Dunklen und warten darauf, wer als erster die Kerzen anzündet.

Ich könnte auch ein Telefonbuch sein, oder Gelbe Seiten, gefüllt mit irgendwelchen zahlen und knappen und knackigen Informationen. Ich möchte als Buch Dir nützlich sein, dein Freund werden, dich in deinem seelischen Leid dabeistehen und als Beispiel dienen, dass es möglich ist in dieser Welt sich in einem Buch umzuwandeln und trotzdem glücklich zu sein, sich hinter Buchstaben und Symbolen zu verstecken, letztendlich ein Text werden.  Ein Text kann so dicht sein wie der Schwarzwald, ein Text kann die Spannung aufbauen und wieder lösen. Ich konnte als Buch erstmal Deckel draufmachen und von meinem Autoren erzählen.

Wir Autoren entscheiden manchmal zu einem Buch zu werden, aber wir existieren als Menschen trotzdem weiter. Ich bin unglücklich, weil ich idealistisch und intelligent bin und versuche in dieser Realität mich zu verwirklichen. Ich bin unglücklich, weil ich mich mit Menschen begegnet habe und habe verstanden, dass eine Gesellschaft schwer möglich ist zu verwirklichen. Es heißt nicht, dass ich kein Spaß daran gehabt habe mit Euch direkt im Kontakt zu treten, Hand zu schütteln, ich den Augen gucken und zusammen zittern in der Kälte, Mandarinen werfen von einem Balkon. Ich habe es genossen von allen Seiten, habe mich über meine Probleme kaputtgelacht und am nächsten Tag wieder Bier getrunken, Klavier gespielt und Diskos besucht aber trotzdem am Ende entschieden ein Buch zu werden, mich von Euch zu entfernen und dadurch auch näherkommen. Indirekter Kontakt löst manchmal mehr Emotionen aus als das Direkte.

Eines Tages habe ich mich entschieden eine Tasse Kaffee zu trinken, Zigarette anzuzünden und ein Buch zu werden.

Das geschah an einem vielleicht nicht so merkwürdigem Tag, an dem ich später Mittags aufgewacht bin, direkt ins Badezimmer, um mit Gedanken klar zu kommen, mit etwas Wasser ins Gesicht und sofort spielt der nächste Tag vor mir ab. Was ist diese emotionale Ebene, die uns miteinander verbindet, wie ein Klebstoff, oder wie ein Hartzgummi.

Eine gebundene Ausgabe, schüttlere ich die Hand mit meinem Verlag und fahre mit etwas aufgehobenem Gefühl nach Hause. Zu Hause wartet mir aufgestapelte Arbeit, Bücher zu lesen, etwas verflohene Dokumente ordnungsgemäß einsortieren, aufräumen, lüften und so weiter. Mein Leben war komplett umschlossen mit allen nicht notwendigen Sachen, die es unmöglich machten sich von der Gegenwart zu trennen und in einem, etwas anderem Zustand zu transzendieren. Ich wurde zu einer gebundener Ausgabe verschmolzen und meine Spuren in der Vergangenheit wurden vernichtet, den ich suche und begegne immer wieder deine Wege lieber Schicksal, und ich freue mich immer wieder auf neues Abenteuer.

Ich habe mich entschlossen Schritt für Schritt, das heißt Seite für Seite zu einem Buch zu werden. Ich werde diesen Prozess genießen, wie ich von einem illegalem Word Dokument zu Euren händen komme und mit Euch über die Götter unterhalte. Denn ich bin ein Verbrecher, ein verbrecher von dem kapitalistischen Systems, das uns umfasst und ummantelt wie eine Hürde zur Vergangenheit.

Als ich mich entschloss zu einem Buch zu werden, hatte ich eine Vorgeschichte, eine Vorgeschichte als ein Mensch, der in einer Großstadt Namens Berlin gelebt hat. Ich schreibe als ob die Bücher die unvermeintliches Ende überleben würden. Nein, liebe Leser, es wird nichts von unserer Zivilisation überleben, außer ein Paar Artefakten, die auch nie gefunden werden. Sie werden eingegraben, als ob von nichts entstanden und wieder zu nichts werdend. Ich habe immer Eure Gesellschaft genossen, mit einer Flasche Sekt oder Weißwein, unterhaltend über Kunst und Kultur, mit geborgener Kühnheit und angebratenen Granatäpfel.

Es ist schwierig ein Buch zu sein, denn es kann passieren, dass ich ein schlechtes Buch werde, schlechter Kumpel, der immer zugemacht bleiben soll, und nie eigene Geschichte erzählen dürfen. Vielleicht nur einmal, aber es reicht für mich als Buch um mich zu verwirklichen und meinen Platz in Ewigkeit durch einem Software-gesteurtem App zu buchen.

Wir sind umgeben von sinnlosen Sachen und selber in dieser Sinnlosigkeit des Alltags verborgen. Unsere Gefühle berühren sich auf die manipulierte Wahrnehmung von der Realität. Was bleibt einem Buch mehr übrig, als ein begleiter auf dem Weg der Aufklärung zu sein, ein Mitschnitt des emotionalen Lebens, das in uns verborgen ist. Ich überlasse euch die Beurteilung von meiner Verwandlung und werde mich ab jetzt nur um die Dinge kümmern, die zwischen einem Mensch und einem Buch durchgespannt sind und vielleicht auch einen Sinn ergeben in dieser Konstellation aufzuschlüsseln. Seite für Seite werde ich Ihnen meine Geschichte erzählen, die aufregend und spannend ist, insofern das ich nur eine Sammlung von ein Paar genau geschnittenen Blättern bin, eine gebundene Ausgabe, die Sie in einem Buchhandlung bekommen haben. Aber bis ich bei Euren geliebten Händler gelandet bin, bin ich durch zahlreiche Prozesse gegangen, allerdings finde ich  selbst den Prozess von der Verwandlung am spannendsten, wie die leere Seite zu einem Inhalt wird, wie die aufgereihte Wörter zu Sätze und schließlich zu einer Geschichte.

Es tat mir auch schwer so einen dicken Mantel anzuziehen, sich einzuwickeln und endlich still zu werden. Denn in meinem Menschenleben war ich eine Laberbacke, habe ich immer über dies und jenes gelabert und manchemal auch gelangweilt still gehalten. Jetzt muss ich Wasser im Mund halten und nur durch das tippen auf die Tastatur meine Gedanken ordnen, mit Euch kommunizieren.

Ich werde zwischendurch auch die Geschichten von meinem Menschenleben erzählen, damit es umso verständlicher wird, warum ich mich dazu entschloss, ein Buch zu werden. Ich war einmal auf einem glatzen Berg hinauf, mit ein Paar Leuten und habe spannende Unterhaltungen geführt.

Ich habe geliebt, geliebt sehr stark, nicht nur einmal, sogar mehrmals, aber niemand hat meine Liebe gebraucht. Denn das Leben ist kein Buch oder Film, wo am Ende alles gut wird, sondern es wird manchmal kompliziert,manchmal kommt man auch zu reinem Nichts. Was bleibt uns in außer in diesen zwischenversuchen aufgespannt zu sein, nochmals versuchen und nochmals scheitern. Haben wirklich alle darum sich verrückt gemacht, um unsterblich zu werden? Wieso wollen alle eine Spur hinterlassen und seinen Namen verewigen? Ich will nur – und sage es ehrlich, ein Buch werden und dann von dieser Erde verschwinden. Ich werde vielleicht auch nicht meinen echten Namen auf dem Umschlag setzen, damit Ihr, liebe Leser, niemals versteht, wer hinter diesem Buch stekt.

Ich frage mich immer wieder, ob ein Buch eine Geschichte erzählen soll, oder nur ein Gelaber sein, eine Unterhaltung, sogar nur ein Text, der keinem Nahe ist und nichts erzählt, außer von sich selbst. Es ist nur eine kleine Übung in einem großerem Spiel, was eine Umwandlung in einem Buch heißt.